Ihre Unterstützung

Arzneimittel  spenden? Besser nicht!

Wir versorgen Menschen in Not mit Arzneimitteln. Sie wollen uns dabei mit ungebrauchten Medikamenten aus Ihrem Haushalt,  aus der Apotheke oder Praxis unterstützen? Sie wollen vermeiden, dass Arzneimittel auf dem Müll landen? Danke, dass Sie an uns denken. Dieser Weg hat sich aber in der Praxis nicht bewährt. Wir nehmen deshalb keine Arzneimittelspenden an.

 

Argumente gegen Arzneimittelmuster, Rückläufer oder Bestände aus Privathaushalten

Der Bedarf in den Ländern, in denen Not herrscht, ist ein ganz anderer als der bei uns in Deutschland. Es werden zum Beispiel Malariamedikamente und Mittel gegen Tuberkulose benötigt. Die Entsorgung von Medikamenten, für die kein Bedarf besteht, ist zeitaufwendig und teuer.

Arzneimittel müssen in einer Sprache beschriftet sein, die dem Gesundheitspersonal im Empfängerland geläufig ist. Hierzu gehört vor allem auch der internationale Freiname. Die Handelsnamen sind irreführend, da sie nur im Herstellerland gängig sind.

Eine Vielzahl von verschiedenen Stärken eines Arzneistoffes, wie sie bei einer Sammlung von Arzneimitteln auftreten, stiftet Verwirrung beim lokalen Personal in Gesundheitsstationen, da eine Umrechnung in die im Land gängigen Stärken kaum durchgeführt werden kann. Ein Wirkstoff sollte  möglichst nur in einer Stärke und Darreichungsform beschafft werden. Zäpfchen sind zum Beispiel in vielen Ländern unbekannt und wegen der klimatischen Verhältnisse oft auch vollkommen ungeeignet.

Die Mindesthaltbarkeit aller Arzneien muss ein Jahr betragen. Das Sortieren einer Spende vor Ort oder auch durch eine Apotheke im Empfängerland nach Haltbarkeit ist zeitaufwändig und teuer; das Vernichten der verfallenen Ware ebenso.

Es ergibt sich also eine Vielzahl von Problemen bezüglich der Arzneimittelsammlungen.

 

Bezug der Arzneimittel vor Ort

In vielen Entwicklungsländern gibt es inzwischen eine gute Arzneimittelherstellung. Nach Möglichkeit sollten Arzneimittel im Empfängerland erworben werden. Dies ist meistens nicht nur preisgünstiger, sondern stärkt auch die Wirtschaft im Land.

Der Einsatz von Großpackungen (sogenannte Bulkware) ist sehr preisgünstig und die Qualität ist von den Anbietern geprüft und garantiert. 1000 Tabletten Paracetamol à 500 mg kosten nur etwa 11 Euro.

Bei Notfalleinsätzen haben sich sogenannte Emergency Health Kits bewährt. Solch ein Notfallsortiment aller wichtigen Arzneimittel für Katastropheneinsätze ist bereits fertig verpackt und preisgünstig. Weltweit sind Mediziner mit den Kits vertraut. Mit einem Kit können bis zu 1000 Menschen über 3 Wochen medizinisch mit dem Nötigsten versorgt werden.

Weitere Informationen zur Arzneimittelspendenpraxis der Apotheker ohne Grenzen

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